DGGL-Vortrag: Der Architekt Emanuel von Seidl und sein Murnauer Park, Dieter WielandDienstag, 9. März 2010Wieder hergestellter "Freundschaftsaltar" im Seidlpark Murnau Am
Mittwoch, den 17. März 2010, 20.00 Uhr spricht der Autor und Filmemacher Dieter Wieland zum Thema "Der Architekt Emanuel von Seidl und sein Murnauer Park". Der Vortrag wird im Anschluss an die Mitgliederversammlung des DGGL-Landesverbandes Bayern-Süd in der Seidlvilla München angeboten. Der Eintritt ist frei, Gäste der DGGL sind herzlich willkommen. Der Architekt Emanuel von Seidl (1856-1919) , ein Bruder des bekannteren Gabriel von Seidl (1848-1913), machte sich einen Namen mit der Gestaltung von Villen mit ihren Parkanlagen. Um 1900 siedelte er sich in Murnau an, wo von ihm sieben Anlagen entstanden. Dort traf sich ein Freundeskreis aus Adel, wohlhabendem Bürgertum und etablierten Künstlern. In seinem Testament schreibt er: „Meinen Murnauer Besitz habe ich mit Liebe und Sorgfalt aufgebaut und für die Zukunft geschaffen. Er soll auch mein künstlerisches Vermächtnis sein. Dieses schöne Stück Erde, das auch meine letzte Ruhestätte werden wird, soll für alle Zukunft dem Kult der Schönheit und der Freude dienen und der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden“. Um den inzwischen gefährdeten Park wieder instandzusetzen, zu pflegen und seine Bedeutung für die Murnauer Kulturlandschaft herauszuarbeiten wurde im Jahr 2008 der „Förderverein Murnauer Kulturlandschaft e.V.“ gegründet. Erste Baumaßnahmen wurden bereits umgesetzt. Dieter Wieland, bekannt geworden durch Veröffentlichungen wie „Grün kaputt“ (1983) und seine Sendungen im Bayerischen Rundfunk, gehört zu den Initiatioren des Vereins. Das Bild (CC Dieter Wieland) zeigt den "Freundschaftsaltar" auf einer Anhöhe mit wunderbaren Blickbeziehungen. Die Wiederinstandsetzung des Altars und der Bänke gehört zu den ersten Maßnahmen, die umgesetzt werden konnten. Nach Einschätzung von Peter Jordan, Monitoringbeauftragter des DGGL Arbeitskreises Historische Gärten, handelt es sich bei dem Seidlpark in Murnau um ein bedeutsames Beispiel der "Reformgärten". Der Vortrag findet in der Seidlvilla in München, Nikolaiplatz 1b, Zenzl-Mühsam-Saal, statt, die übrigens auch von Emanuel von Seidl geplant wurde.
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Nachlese: DGGL-Führung "Gärten in der Malerei" (3) - Die ModerneDonnerstag, 4. März 2010DGGL-Gruppe in der Pinakothek der Moderne bei August Macke "Pertes-les-Hurlus" (1914)
Im Folgenden verlinke ich die besprochenen Bilder, so weit sie dort schon aufgenommen sind, auf das Fotoarchiv der Bildagentur bpk, eine Abteilung der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. In der Moderne stehen weniger die Gärten selbst als vielmehr das Verständnis von Landschaft und Natur im Fokus. Kräfte werden sichtbar gemacht. Die Kunsthistorikerin eröffnete die Führung anhand eines Bildes von August Macke, „Pertes-les-Hurlus“ (1914), mit einer Umkehrung der Begriffe „abstrakt“ und „konkret“. Die Künstler des „Blauen Reiter“ hätten das – aus landläufiger Begrifflichkeit „konkrete“ - Abbild beispielsweise eines Baumes als Illusion oder gar Trug empfunden. Die Farbe sei so aufgetragen worden, als gäbe es den Pinselstrich nicht. Damit werde der Schein eines Baumes erweckt, den aber wolle man sich doch lieber in der Natur ansehen. Die neue Richtung, heute als die Einführung der Abstraktion angesehen, habe dagegen die grüne Fläche als grüne Fläche, den Pinselstrich als Pinselstrich erkennbar werden lassen. Kandinsky wurde zitiert: „Kunst ist die Konkretion etwas noch nie dagewesenen“. Macke habe ein Buch mit dem Titel „Das Geistige in der Malerei“ veröffentlicht. Der Impetus der Gruppe "Blauer Reiter" sei hochreligös gewesen. Die Leuchtkraft der Farben selbst sei zum Tragen gekommen, aber auch Wahrnehmungs- und Bewegungsabläufe unmittelbar dargestellt worden, wie „Der Mandrill“ (1913) von Franz Marc zeige. In den geometrischen Formen der Umgebung des Tieres mit ihren Schwüngen, dem Gleichgewicht und dem schnellen Wechsel werde sein schneller Blick, seine unermüdliche Aktion wiedergegeben. Franz Marc habe auf den Wiesen bei Murnau stundenlang die Tiere beobachtet. Die Bauern hätten ihn für verrückt gehalten, wohl aber bemerkt, dass er die Tiere sehr liebevoll betrachtet habe. Allerdings habe er später vorgehabt, auch die Tiere aus aus seinen Bildern zu eliminieren, auch sie waren ihm nicht „rein“ genug, um seine Idee von Harmonie wiederzugeben. Sein früher Tod vehinderte die weitere Entwicklung. Wie auch August Macke fiel er gleich in den ersten Wochen des Ersten Weltkrieges. "Nachlese: DGGL-Führung "Gärten in der Malerei" (3) - Die Moderne" vollständig lesen DGGL-Reihe „Gärten in der Malerei“ (3): Die ModerneDonnerstag, 11. Februar 2010![]() Paul Klee (1920): Rosengarten Am Donnerstag, den 25. Februar 2010, 17.30 Uhr findet die dritte Führung der Reihe in der Pinakothek der Moderne statt. In dieser Epoche stehen eher das Natur- und Landschaftsverständnis als Gärten selbst im Zentrum der Wahrnehmung. Tanja Jorberg schreibt dazu: "Vom Gegenständlichen zum Abstrakten – vom Natur-Abbild zu Natur-Objekten - während bei den Expressionisten Otto Müller, Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel Landschaft noch als paradiesischer Rückzugsort fungiert, stellt Paul Klee in seinen Garten-Bildern die Frage nach der Wachstumskraft. Einen größeren Raum wird Joseph Beuys´ Naturverständnis und sein Umgang mit Naturmaterialien einnehmen.“ Treffpunkt: Pinakothek der Moderne, München, Barer Straße 40, im Foyer bei den Kassen (MVV Tram 27, Haltestelle Pinakotheken) Die Teilnahme an der Führung ist kostenfrei, der Eintritt in das Museum wird von den Teilnehmern selbst getragen. Gäste der DGGL sind ebenfalls herzlich eingeladen.
Bildquelle (C): clairity via flickr.com unter CC-BY-Lizenz
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DGGL-Nachlese: Mitglieder stellen Projekte vorSonntag, 7. Februar 2010Drei Projektvorstellungen in der DGGL - hier Prof. Maria Auböck zum Furtwänglergarten in Salzburg
LA Otto Bertram zeigte einen Wettbewerbsbeitrag zum Innenhof im Kloster Ettal, der mit dem 1. Preis ausgezeichnet worden war. Nahezu einstimmig hatte die Jury entschieden, dennoch wird der dritte Preis gebaut. An der Qualität des Entwurfes kann es kaum gelegen haben. Der Zugang zur barocken Kirche des Benediktinerklosters liegt um ein halbes Geschoss erhöht und ist derzeit nur über Treppen erreichbar. Er sollte behindertengerecht ausgebaut werden. Außerdem wollte man den Laden mit Andenken und den berühmten Benektinerlikören erweitern. Die barocke Kirchenfassade ist eingebunden in einen fast quadratischen, großzügigen Hof, umschlossen von Gebäuden des Konvents, die eine große Ruhe ausstrahlen. Von drei Seiten führen Tordurchfahrten in den Hof. Der Entwurf nimmt mit seinen Wegeachsen Bezug auf die Tore. Vor die Kirche legt er eine Terrasse, die fast die ganze Breite des Hofes einnimmt. Kreuzweise liegen die Rampen davor und schneiden sich in einem Platz, den man bei Freiluftgottesdiensten für den Altar verwenden kann. Die Mittelachse zwischen dem Hauptportal der Kirche und dem gegenüberliegenden Tor steigt in rollstuhlgerechter Steigung an. Im Sockelgeschoss der Kirche liegen Fenster. Die geplante Terrasse setzt sich davon ab. So kann man das Fundament der Türme weiterhin wahrnehmen, wenn auch nur von der Terrasse aus, nicht schon vom Eingangstor. Ein Prozessionsweg, ein Rundgang entlang der Gebäudeflügel, hält wegen der Schneemassen, die von den Dachern fallen können, Abstand vom Gebäude. Die vorhandenen Bäume können, müssen aber nicht erhalten bleiben. Lange Bänke sind an den Querachsen aufgestellt, auf denen sich die Pilger mit Blick auf die Kirche ausruhen können. Die Ladenerweiterung schlug Bertram unterirdisch vor, um die Ruhe des Hofes nicht zu stören. Lichtschächte hätten ihn beleuchtet. Ebenfalls hätten zwischen Terrasse und Gebäude Scheinwerfer integriert werden können, um die Fassade zu beleuchten. Nobel und schlüssig, der Würde des Ortes angemessen von Understatement geprägt zeigte sich der Entwurf. Die Behindertenzugänge sind voll integriert, werden nicht „seitlich“ geleitet. Der nun doch zum Bau ausgewählte Entwurf sieht ebenfalls die breite Terrasse vor. Die Behindertenrampe allerdings wirkt eher eingefügt, das Sockelgeschoss wird zugefüllt. Wie man mit den Fenstern im Sockelgeschoss der Kirchenfront umgehen wird bleibt offen, für die Beleuchtung müssen extra Masten aufgestellt werden, die dann wieder den Blick auf die Fassade verstellen. Der Bezug der Querwege auf die seitlichen Durchfahrten ist nicht ganz klar geworden. Allerdings erscheint der Laden oberirdisch mit seiner Fassade zum Innenhof und liegt damit direkt an einem der Tore mit Busparkplatz. Die nächste Rednerin sprach Herrn Bertram ihren Respekt dafür aus, wie er mit solchen Entwicklungen umgegangen ist. "DGGL-Nachlese: Mitglieder stellen Projekte vor" vollständig lesen Zwei Veranstaltungshinweise zum Umgang mit städtischen "Un-Orten"Sonntag, 31. Januar 2010Ende dieser Woche finden zwei Veranstaltungen statt, bei denen Landschaftsarchitektur ebenfalls die Stadt thematisiert, jedoch nicht in historischer Substanz, der "Sahneseite" der Innenstadt mit kulturellen Highlights, sondern dort, wo Infrastruktur, Verkehr und Industrie Stadt- und Landschaftsraum beanspruchen und prägen. Am Donnerstag den 4. und Freitag, den 5. Februar 2010 veranstaltet die Technische Universität München, Institut für Entwerfen Stadt und Landschaft, Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und öffentlichen Raum, ein internationales Symposium unter dem Titel "Infrastruktururbanismus". Ort: Im Hauptgebäude der TU München, Raum 0220. Tagungssprachen sind Englisch und Deutsch. Der Eintritt ist frei. Nähere Informationen und ein Tagungsprogramm finden Sie hier. Am Abend des 4. Februar 2010, 19.00 Uhr wird im Haus der Architektur, Waisenhausstraße 4, München, die Ausstellung "Böse Orte und Oasen" eröffnet, die bis zum 19. März 2010 gezeigt wird. Die Ausstellung thematisiert den Umgang des Büros Latz + Partner mit „bösen Orten“: wie durch Interventionen „Oasen“ entstehen, ohne den Charakter der „neuen Wüsten“ zu vertuschen. Nähere Informationen siehe hier.
Ortstermin mit der DGGL-Arbeitsgruppe KunstarealFreitag, 29. Januar 2010![]() DGGL-Arbeitsgruppe bei den Pinakotheken in München
Hintergrund ist der Plan der Stadt München, zu weiteren Entwicklungen einen Masterplan zu erstellen. In einem Workshop, den die Stiftung Pinakothek der Moderne im April 2009 abgehalten hatte, war festgestellt worden, dass dazu für das Kunstareal München ein Bedarf besteht. Zukünftige Baumaßnahmen sollten einer Leitlinie folgen. Eine Dokumentation der Tagung finden Sie hier. Fehlende Orientierung im Viertel, ein geringer Bekanntheitsgrad der Museen, deren Angebot sicher europäischen Rang hat, und die Frage, wie das Kunstareal eigentlich von der Innenstadt her erschlossen und erlebbar ist, legen es nahe, dass in der Gestaltung des Freiraums ein zentrales Aufgabenfeld liegt. Auch für die Öffnung der Museen zum Publikum kann Freiraumplanung etwas beitragen. Der DGGL-Landesverband Bayern-Süd wendet sich dem zu. Trotz "Wind und Wetter" fand sich eine Gruppe von 7 Personen am vergangen Donnerstag zusammen und ließ die historische Örtlichkeit mit neuen Bauprojekten auf sich wirken. Überlegungen wurden ausgetauscht: Wie ist der Neubau der Hochschule für Film und Fernsehen und das Ägyptische Museum städtbaulich zu werten? Hätte man auf die historischen Baulinien entlang der Gabelsberger Straße gehen müssen? Oder tut der erweiterte Raum zwischen Alter Pinakothek und Neubau im Süden gut? Wie stellt sich die Verbindung zum Königsplatz dar, dessen Gebäude man vom Vorplatz der Alten Pinakothek aus sehen kann, wenn die Bäume kahl sind? Lässt sich der Übergang zwischen den Carrées transparenter und attraktiver gestalten? Lassen sich diagonale Fußwegeverbindungen in den Gedanken der rechtwinkligen Grundanlage harmonisch einfügen, so dass man direkt vom Königsplatz zur Pinakothek der Moderne gelangt? Trampelpfade lassen den Bedarf erkennen. Kann man die Grünflächen von St-Bonifaz mit einbeziehen in eine attraktive Fußgängerverbindung zum Bahnhof? Wie stellt sich die Verbindung zum Odeonsplatz dar? Gibt es nicht ein Potential für "Schleichwege" mit kleinteiligen Attraktionen? Wie wirkt sich der geplante Neubau des NS-Dokumentationszentrums städtebaulich aus? Werden die Gebäude der Nachkriegszeit ausreichend gewürdigt und geprüft, ob sie wirklich abgerissen werden müssen - gerade in zeiten knapper Kassen? Wie wirkt der Freiraum nördlich der Pinakothek der Moderne, nachdem das "Türkentor" umgestaltet wurde? Wie würde sich der 2. Bauabschnitt entlang der Gabelsberger Straße auf den Freiraum auswirken? Ist die Idee einer diagonalen Anbindung an den Odeonsplatz angesichts der phänomenal abschneidenden Wirkung der Verkehrsanlagen vom Altstadttunnel aus überhaupt realistisch? Was kann man tun? Noch bis 1933 war der Gedanke einer offenen Gartenvorstadt Karl von Fischers und Friedrich Ludwig von Sckells in den Carrées östlich des Königsplatzes erlebbar, wie historische Karten zeigen. Ein Teilnehmer erinnerte sich noch daran, dass die heute von den Bauten der Nationalsozialisten dominierte Arcisstraße einmal ein nobles Wohnviertel war. Wenn man auch heute von anderen Voraussetzungen ausgehen muss, Durchblicke und Reste sind hier und da immer noch vorhanden. Sollte man nicht prüfen, inwieweit man auf dieses Erbe Sckells und Fischers achten kann? Vom Cafe im 7. Stock des Siemensforums am Oskar- von Miller-Ring aus hat man einen Blick zu den Türmen der Stadt, zur Markuskirche (der ein Vorplatz fehlt) und zu den Pinakotheken - über besagte Verkehrsanlagen hinweg. Dort klang die Begehung aus. In 2 Stunden wurde nur ein kleiner Ausschnitt gesehen, der Anschluss nach Norden zum Studentenviertel noch gar nicht einbezogen. Aber die Ideen und Fragen verdichten sich.
DGGL - Abend: Rasen und MusikFreitag, 22. Januar 2010![]() Am Mittwoch, den 10. Februar 2010, 19.30 Uhr lädt der DGGL LV-BayS zu einem Abend in der Seidlvilla München ein, an dem LA Wolfgang Niemeyer nicht nur als Kenner des Rasens in seinen vielfältigen Ercheinungsformen, sondern auch auch Komponist und ausführender Künstler in Erscheinung tritt. In drei Teilen begegnen sich die Künste unter dem Titel Rasen und Musik: Rasenstadt – Stadtrasen – ein Plädoyer für den Rasen Vortrag von Wolfgang Niemeyer Sieben Rasenstücke Komposition für Querflöte, Sprecher und Rasenmäher – Uraufführung der Neufassung von Wolfgang Niemeyer Ausführende: Diana Boscovic, Querflöte, Wolfgang Niemeyer, Sprecher und Rasenmäher Musik zu Rasenbildern Improvisationen für Querflöte solo von Diana Boscovic Ort: Zenzl-Mühsam-Saal, Seidlvilla, München, Nikolaiplatz 1b (U3/U6 und Bus Eine pdf-Datei der Einladung finden Sie hier.
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DGGL - Mitglieder stellen Projekte vor 2010Freitag, 15. Januar 2010Das Programm für die erste Veranstaltung des DGGL Landesverbandes Bayern-Süd im Jahr 2010 steht fest: Mitglieder stellen Projekte vor 2010 Montag, den 1. Februar 2010, 19.30 Uhr in der Seidlvilla, Nikolaiplatz 1b, München, Zenzl-Mühsamsaal. Drei Landschaftsarchitekten konnten für die traditionelle Vorstellung von Projekten gewonnen werden: LA Otto Bertram zeigt einen mit dem 1. Preis ausgezeichneten Wettbewerbsbeitrag zum Innenhof im Kloster Ettal. "Der Furtwängler-Garten - ein Foyer zur Altstadt", unter diesem Titel stellt Prof. Maria Auböck einen Platz im Zentrum des Weltkulturerbes Salzburg mit Grünelementen und einer Installation von Anselm Kiefer vor. Nach einem Wettbewerbsgewinn wurde er 2009 realisiert. LA Peter Kluska bringt zwei Projekte ein: Das Robert-Bosch-Haus und Bosch Haus Heidehof in Stuttgart und die Pionierkaserne auf der Schanz, Ingolstadt. Nach den drei Kurzvorträgen von je etwa zwanzig Minuten stehen die Planer zum Gespräch bereit. Anschließend lädt der DGGL Landesverband Bayern-Süd alle Mitglieder und Gäste der DGGL zu einem Glas Prosecco ein. Eine pdf-Datei der Einladung finden Sie hier.
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Nachlese: Beiträge der Landschaftsarchitektur zum Kunstareal MünchenDonnerstag, 10. Dezember 2009
Am Abend des 2. Dezember 2009 fand sich in der Seidlvilla in München eine Gruppe von etwa 20 Personen zu einer DGGL-Verantaltung mit LA Adelheid Schönborn ein, um darüber nachzudenken, welchen Beitrag die Landschaftsarchitektur zur Entwicklung des Kunstareals München leisten könnte. Hintergrund ist die Diskussion um den zweiten Bauabschnitt der Pinakothek der Moderne, der noch nicht verwirklicht werden konnte. Das Museum kann daher u.a. wertvolle Bestände ihrer Grafiksammlung nicht angemessen deponieren, geschweige denn ausstellen. Wie auch für den ersten Bauabschnitt engagiert sich die Stiftung Pinakothek der Moderne dafür, dies zu lösen, und hat dazu gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Städtebau und Regionalplanung der TU München am 17./18. April 2009 eine internationale Tagung veranstaltet. Fachleute verschiedener Sparten tauschten sich aus zu Themenfeldern wie Museumskonzeptionen, Wahrnehmbarkeit, Öffentlichkeitsarbeit, Verkehrsanbindung und architektonische Visionen. Zur Dokumentation siehe hier. Demnach war man sich einig, dass die Stadt mit dem Kunstareal über ein großes Potential verfügt, das ausbaufähig ist und einen Faktor im Wettbewerb der Städte darstellt. Um dies zu entwickeln wurde ein Masterplan ins Auge gefasst, der im Gebiet vom Königsplatz über Karolinenplatz bis zu den drei Pinakotheken als Leitfaden für einzelne Maßnahmen dienen kann. Dabei fließen Überlegungen Anbindung an den Hauptbahnhof, an die Innenstadt sowie die umgebenden Viertel, aber auch zur Orientierung innerhalb des Viertels ein. Eine Umfrage hatte ergeben, dass das Publikum verblüffend wenig weiß, welche Museen sich wo befinden. Museumsfachleute diskutierten über Vernetzung und Außenwirkung der inhaltlichen Arbeit in den Museen. Baulich kann das Zusammenspiel von Innen- und Außenraum einen Beitrag dazu leisten, dass man die Kunstwerke angemessen erleben kann. Dazu ist auch Landschaftsarchitektur gefragt. Im Heft 1/2009 der von der Stiftung Pinakothek der Moderne herausgegebenen „Rotunde“ schreibt Verena Richter: „Würde jedes Museum des Areals über eine Grünfläche verfügen, könnte man einen Kulturpark gestalten, der genau diese Orte der Kontemplation und Kommunikation bietet (bezogen auf die intensiv genutzten Flächen der Alten Pinakothek, Anm. d. Verf.). Grüne Oasen als verbindendes Element.“ "Nachlese: Beiträge der Landschaftsarchitektur zum Kunstareal München" vollständig lesen DGGL-Nachlese: Die Gebäude des ehemaligen NSDAP-Zentrums in München – städtebaulicher Umgang mit dem ErbeSamstag, 5. Dezember 2009DGGL-Gruppe im Foyer der Meiserstraße 10...
Äußerlich symmetrisch angeglichen, im Innenraum jedoch mehr auf Repräsentation ausgerichtet war der ehemalige „Führerbau“ nördlich der Brienner Straße, in dem heute Musik studiert wird. In dem einen liegen die Treppen seitlich an einem Innenhof, die Ballustraden sind Schmiedeeisen, im anderen dominiert eine Freitreppe mit Ballustraden aus Marmor und massiven, nicht nur natursteinverkleideten Säulen. In beiden Gebäuden wurden hochwertige Materialien verwendet.
Städtebaulich wandelte sich der Königsplatz zu einem repräsentativen Aufmarschplatz, ganz mit Granitplatten belegt, dessen „sakrale“ Orientierung die so genannten „Ehrentempel“ rechts und links der Brienner Straße bildeten. Iris Lauterbach zeigte Bilder der hier in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft jährlich stattfinden Aufmärsche, mit denen der „Gefallenen“ vom 9. November 1923 gedacht werden sollte, dem Tag von Hitlers gescheitertem „Marsch von der Feldherrenhalle“. Sie waren hier aufwendig aufgebahrt worden. Die Bauwerke schlossen den Raum. Der Charakter einer offenen Gartenstadt, wie sie Friedrich Ludwig von Sckell und Karl von Fischer konzipiert hatten und wie sie zwischen Karolinenplatz und Königsplatz u.a. mit der Villa von Karl von Fischer und der der Schwiegereltern von Thomas Mann zu dieser Zeit auch noch erhalten waren, wandelte sich. Diese Gebäude mussten weichen. Zahlreiche andere Gebäude im Block wurden mit dem Aufstieg der Macht an die NSDAP verkauft und verschiedenen Funktionen zugeführt. Das erste Gebäude, das die Nationalsozialisten in diesem Viertel erwerben konnten, war das so genannte „Braune Haus“, eine Villa an der Nordseite der Brienner Straße. Im Krieg wurde es zerstört. An dieser Stelle soll nun das NS Dokumentationszentrum entstehen. Die Anlage diente der Partei vor allem der Repräsentation, das Zentrum der Macht lag in Berlin, so Iris Lauterbach. Das „Münchener Abkommen“ von 1938 sei der einzige unmittelbar politische Akt gewesen, der hier stattgefunden habe. ... und im Foyer der Musikhochschule
Die Gruppe wurde in Räumlichkeiten geführt, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich sind. Iris Lauterbach zeigte Bilder der früheren Ausstattung, auch die Malkunst war ein wesentlicher Bestandteil ideologischer Selbstdarstellungen. Das heutige Zentralinstitut für Kunstgeschichte ist aus der Organisation entstanden, mit der die Amerikaner nach dem Krieg die Rückgabe von Beutekunst vornahmen. Hunderte von Kunstwerken liefen durch die Räume des vormaligen „NSDAP-Verwaltungsbaus“. Gegen Ende des Krieges sollten die Karteien der Parteimitglieder vernichtet werden. Man brachte sie zu einem Papiermüller, der sie aber unter anderem Altpapier versteckte. Heute befindet sich die Kartei in Berlin. Iris Lauterbach hat gemeinsam mit Ulrike Grammbitter unter dem Titel „Das Parteizentrum der NSDAP“ kürzlich ein Buch veröffentlicht (DKV-Edition, München 2009). Es kostet 8 Euro und ist im Handel oder beim Pförtner der Meiserstraße 10 (Zentralinstitut für Kunstgeschichte) erhältlich.
Im Jahr 2000 wurden die Gebäude und die Fundamente der „Ehrentempel“ unter Denkmalschutz gestellt. Sie sind heute begrünt teils mit Wildaufwuchs, teils mit Anpflanzungen aus den 50er Jahren, nachdem eine Reihe von Vorschlägen wie etwa dem Kardinal Faulhabers, an dieser Stelle je eine evangelische und eine katholische Kapelle zu errichten sowie einige Wettbewerbsergebnisse verworfen worden waren. Entlang der Arcisstraße schirmt eine Gehölzpflanzung den Blick vom Königsplatz auf das Ensemble ab. Im Frühjahr dieses Jahres wurde der Wettbewerb für das NS Dokumentationszentrum entschieden, das an Stelle des ehemaligen „Braunen Hauses“ gebaut werden soll. Der Architekt Wetzel hat ihn mit der Idee eines massiven Betonbauwerkes gewinnen können. Die Frage, wie man mit dem Erbe auch städtebaulich umgehen soll, ist also nach wie vor im Fluss. Anmerkung zum geplanten NS-Dokumentationszentrum am Königsplatz MünchenFreitag, 4. Dezember 2009![]() Modell des NS-Dokumentationszentrums Wetzel Architekten (Foto: Robert Haas) „Der sechsgeschossige weiße Betonwürfel schafft es durch seine Materialität, den massiven Gebäuden der Umgebung standzuhalten und gleichzeitig durch die Nicht-Hierarchisierung der Fassaden deren Zentralität zu widersprechen.“ Wenn man diese in ihrer Idee nachvollziehbare Symbolik nicht kennt – wie wirkt dann der Beton auf die Betrachter? Noch massiver als die ehemaligen NSDAP - Bauten, ja. Und wo liegen dann die Sympathien? Beim Beton oder beim Naturstein? Von dem hier noch bis 1933 erlebbaren Gedanken einer offenen Gartenvorstadt Karl von Fischers und Friedrich Ludwig von Skells bliebe so nichts mehr übrig. Und was den Freiraum betrifft: welchen Raum bilden die beiden Gebäude nördlich der Brienner Straße? Einen Winkel, der die Fundamente eines der ehemaligen „Ehrentempels“ umschließt. Erscheint dieses dann nicht wie im Zentrum eines Ensembles, das sich endgültig dem Massiven verschrieben hat? Das Bild des Modells zeigt einen in Höhen abgestuften Hain, der bis zur Arcisstraße reicht. Sollen die Fundamente so eingebunden werden, dominiert vom Bauwerk der Aufarbeitung? Wie aber, wenn das immer noch kopfhohe Bauwerk dann erst richtig zur Geltung käme? Kunstareal München: Tagungsbericht der Stiftung Pinakothek der Moderne im InternetMontag, 30. November 2009Am 17./18. April dieses Jahres wurde zum Kunstareal in München ein zweitägiger internationaler Workshop durchgeführt. Die Stiftung Pinakothek der Moderne hat dazu eine ausführliche Dokumentation auf ihrer Website eingestellt. Filmmitschnitte von Vorträgen und Diskussionsbeiträgen erlauben es, dass man die wesentlichen Argumente und Sichtweisen nachvollziehen kann. Außerdem kann man eine Dokumentation als pdf-Datei in zwei Teilen herunterladen, die ebenfalls ein genaues Bild zum Stand der Dinge vermittelt. Siehe hier. Eine solche Dokumentation halte ich für einen großen Gewinn, um Ergebnisse zu erhalten und weiterzugeben. Es wäre doch schön, wenn solche Möglichkeiten auch auf dem Gebiet der Gartenkunst und Landschaftskultur vermehrt genutzt würden.
Beiträge der Landschaftsarchitektur zum Kunstareal in MünchenDienstag, 24. November 2009
Nicht nur von der Hochbauarchitektur, auch von der Gestaltung der Freiflächen hängt es ab, inwieweit der kulturelle Wert eines so reichhaltigen Kunstangebotes wie dem des Münchener Museumsareals zum Leben kommen kann: mit dem Erlebniswert der Zugänge, dem Platz im Freien für die Pausen, der Identifikation der Bürger mit "ihrer" Stadt. Auch die Orientierung oder die Anbindung des Viertels an den Hauptbahnhof könnte verbessert werden. Dabei kann München auf das historische Erbe einer Stadtanlage zurückgreifen, die von F. L. von Sckell mitgeplant wurde. Seine Idee war die einer durchgrünten Vorstadt. In das von ihm entwickelte Straßenraster mit Plätzen sind – zum Beispiel mit der Alten Pinakothek - Bauten von L. von Klenze eingefügt. Inwieweit solche Werte und das Potential der Außenraumgestaltung genutzt werden, ist noch offen. Der DGGL LV BayS lädt zu einem Gesprächsabend mit LA Adelheid Schönborn ein, um solche Chancen und Strategien auszuloten. Frau Schönborn ist mit der Gestaltung der Außenanlagen der Pinakothek der Moderne beauftragt. Nach einer Einführung zur Geschichte des Stadtteils (V. Fischer-Horns) und zum Stand der Planungen wird Gelegenheit zum Austausch gegeben. Mittwoch, den 2. Dezember 2009, 19.30 Uhr in der Seidlvilla München, Nikolaiplatz 1b, Gorbachzimmer (MVV: U3/U6 und Bus 54/154, Haltestelle Giselastraße) Gäste der DGGL sind willkommen. Eine pdf-Datei der Einladung finden Sie hier.
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Interview mit Daniel LibeskindSonntag, 15. November 2009Vor einigen Tagen wurde in Architekturvideo.de ein Interview mit Daniel Libeskind eingestellt. Der in Polen geborene Architekt ist mit dem jüdischen Museum in Berlin bekannt geworden, das übrigens sein erstes gebautes Werk war, wenn ich es richtig verstanden habe. Einen Schwerpunkt seiner Ausführungen legte er auf seine Überlegungen zu „Ground Zero 9-11“, seiner neu erbauten Anlage der am 11. September 2001 durch einen Terroranschlag zerstörten Twin Towers in New York. Das Interview schien mir aus verschiedenen Gründen interessant. Libeskind schätzt die Zeit als eine des Revivals von Architektur ein, eine Zeit, in der Ideen Raum finden nach einer Phase der „...isms“ („Functionalism“...), wie er sagte. In hohem Maße sucht er eine Verbindung von Werten und Visionen zur gebauten Wirklichkeit. Er nannte als solche Freiheit und Demokratie, wobei er auch das oft beklagte Mitreden von vielen Beteiligten als Bestandteil seiner Arbeit in diesem Sinne darstellte. Wenn die Idee trüge, stünde sie auch Abstimmungsprozesse durch. Zentraler Gedanke seines Memorials war es, das Fundament der eingestürzten Hochhäuser als Mahnmahl zu erhalten. Ein möglichst großer Teil sollte öffentlich zugänglich sein, eingebunden in einen Park. Die Gesamtanlage öffnet sich zur Freiheitsstatue. Libeskind versteht Architektur in hohem Maße als städtebauliche Aufgabe, die sich alltäglichen Abläufen zuwendet und dem Leben in der Stadt Qualität verleiht. DGGL-Führung Die Gebäude des ehemaligen NSDAP-Zentrums in München – städtebaulicher Umgang mit dem ErbeSonntag, 8. November 2009 Der DGGL LV BayS befasst sich seit einiger Zeit mit der im 19. Jahrhundert maßgeblich von Friedrich Ludwig von Sckell städtebaulich mit konzipierten Maxvorstadt mit Kunstareal München. In diesem Zusammenhang wurden historische Führungen vom Königsplatz zur Residenz angeboten - Nachlesen siehe hier und hier.
Der klassizistische Königsplatz wurde jedoch nicht nur durch die Museumsbauten und die Propyläen aus der Zeit König Ludwig I geprägt, sondern stellte auch den Rahmen für Repräsentationsbauten der Nationalsozialisten dar. Der DGGL Landesverband Bayern-Süd lädt zu einer Führung mit Dr. Iris Lauterbach aus dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte zu den Gebäuden des ehemaligen NSDAP-Zentrums in München ein. Zur Sprache kommt auch der städtebauliche Umgang mit dem Erbe: Montag, den 16. November, 18.00 Uhr Die Führung beinhaltet einen Rundgang durch die Gebäude Meiserstraße 10 (ehemaliger „Verwaltungsbau der NSDAP“, heute Gebäude verschiedener Kunstinstitute) und Arcisstraße 12 (ehemaliger „Führerbau“, heute Hochschule für Musik und Theater). Iris Lauterbach kündigt an: "Das Parteizentrum der NSDAP am Königsplatz war das erste große Bauprojekt der Nationalsozialisten in Deutschland. Durch die Errichtung von vier neoklassizistischen Bauten an der heutigen Meiser- und Arcisstraße sowie die Umgestaltung des Königsplatzes nach Plänen von Paul Ludwig Troost entstand bis 1937 ein monumentales Forum der Bürokratie und des Kults. Die beiden „Ehrentempel“ für die Toten des am 9. November 1923 gescheiterten Hitler-Putsches und die Pflasterung mit Granitplatten markierten die Dimension des massiven städtebaulichen Eingriffs. Der klassizistische Königsplatz wandelte sich zum Kultort für die zu nationalen Märtyrern stilisierten Putschisten und zur Kulisse für die Massenaufmärsche der NSDAP. Während im „Verwaltungsbau“ unter der Leitung des Reichsschatzmeisters das Parteivermögen kontrolliert und die Kartei der über sieben Millionen Parteimitglieder geführt wurde, diente der „Führerbau“ Adolf Hitler und seinem Stellvertreter als repräsentativer Amtssitz. Hier wurde am 30. September 1938 das Münchner Abkommen unterzeichnet." Iris Lauterbach hat dazu gemeinsam mit Ulrike Grammbitter unter dem Titel „Das Parteizentrum der NSDAP“ kürzlich ein Buch veröffentlicht (DKV-Edition, München 2009) - siehe hier. Die Veranstaltung bildet einen Baustein zu Überlegungen, wie mit dem vielschichtigen historischen Erbe in der Maxvorstadt mit Museumsareal umgegangen wird und welche Perspektiven sich daraus eröffnen. Zu aktuellen Entwicklungen im Museumsareal sowie zur Einbindung des Königsplatzes siehe auch den DGGL-Blogeintrag vom 13. März 2009, in dem ich auf eine Diskussionsveranstaltung des Münchener Forums und der Architekturgalerie hingewiesen habe - hier. Welchen Beitrag speziell die Landschaftsarchitektur mit der Gestaltung des Freiraums leisten kann wird in einer weiteren Veranstaltung des DGGL LV BayS am 2. Dezember 2009 mit LA Gräfin Schönborn diskutiert - siehe hier. Treffpunkt 16. November 2009: Im Foyer des Gebäudes Meiserstraße 10 (MVV: U2 Königsplatz, Tram 27 Karolinenplatz)
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