Alle Sparten zur Gestaltung und Pflege des Wechselflors der Stadt München waren bei einer Führung am Donnerstag, den 13. September 2007, vertreten: Barbara Lang, die Planerin, Thomas Seltmann, der Leiter der Kulturgärtnerei, wo die Pflanzen vorgezogen werden, und Herr Hoffmann, der für die Pflege zuständig ist. An einem schönen Spätsommertag versammelte sich eine Gruppe von Fachleuten verschiedener Richtungen und interessierte Laien - eine Teilnehmerin fotografiert seit Jahren die Blumen in der Stadt München - und kamen vielseitig ins Gespräch.
Barbara Lang zeigte üppige Blumenpflanzungen am Odeonsplatz, am Karolinenplatz und im Alten Botanischen Garten sowie Kübelbepflanzungen in der Fußgängerzone. Mit jahrelanger Erfahrung kombiniert sie die Arten in immer neuer Weise. Dabei fließen auch Kenntnisse aus ihrer Zeit bei Richard Hansen ein, bei dem sie nach dem Studium arbeitete. Gräser, Stauden und Einjährige werden gemischt. Jedes Jahr ändert sie die Farbkompositionen gegenüber dem Vorjahr. Die Pflanzungen an den wichtigsten Plätzen werden von der Stadt dokumentiert.
Mit gewissem Bedauern sprach Frau Lang davon, dass die Anzahl der Kübel seit den 80ger Jahren stark abgenommen habe. Dies sei zum Teil der Finanzlage der Stadt zuzuschreiben, zum Teil aber auch der Vorstellung mancher Geschäftsleute, dass die Kübel die Kunden vom Ladenbesuch abhalten würden, oder aber auch dem Expansionsdrang der Gastronomie an Freischankflächen.
Auch wurde im Teilnehmerkreis darüber gesprochen, dass die Staudenpflanzungen der IGA 1983 im Westpark, die 25 Jahre lang erhalten geblieben waren, in den letzten Jahren leider weitgehend verloren gegangen seien. Die Referentin hatte im Auftrag von LA Gerhart Teutsch daran mitgearbeitet.
Immerhin konnten - zurück in die Innenstadt - Pflanzkombinationen angesehen werden, denen man eine große Erfahrung und Liebe zum Detail ansieht. Auch auf kleiner Fläche kann man ausdrucksstark gestalten, und die Wirkung von Blumen ist nicht zu unterschätzen. Nicht umsonst haben sie weltweit ihren unbestrittenen Platz bei großen Ereignissen: Blumen schmücken Räume bei Trauer- und Freudenfeiern. In Städten schmücken sie wichtige Plätze. Der gekonnte Umgang mit Farbe und Formen lohnt sich.