Am
Mittwoch, den 14. Juli 2010, 17.30 Uhr
lädt der DGGL-Landesverband Bayern-Süd zu einer Führung mit LA Wolfgang Mesenich, Landeshauptstadt München Baureferat Gartenbau, und Herrn LA Großberger vom Büro Großberger Beyhl Partner Landschaftsarchitekten zum Projekt "Bahndeckel" an der Theresienhöhe ein. Außergewöhnlich bei diesem Projekt ist die Zusammenarbeit von Künstlern und Landschaftsarchitekten.
Der Quartiersplatz entstand auf einer 300 Meter langen und 50 Meter breiten Betonplatte über der Bahnlinie München-Rosenheim und einem Teil der ehemaligen Messetiefgarage. Auf einer Fläche von rund 1,7 Hektar hat das Baureferat eine künstlerisch gestaltete, bespielbare „Landschaftsskulptur“ angelegt.
Der Quartiersplatz ist Bestandteil der Kunstprojekte auf der Theresienhöhe, der sogenannten „1a Orte“, einem Projekt von QUIVID, dem Kunst-am-Bau-Programm der Stadt München. Im Rahmen eines internationalen Kunstwettbewerbs, bei dem Künstler und Landschaftsarchitekten gleichberechtigt kooperierten, wurden 13 Teams eingeladen. Den ersten Preis gewann am 13. April 2002 das Team Rosemarie Trockel (Künstlerin, Köln) mit Catherine Venart (Architektin, Halifax) und Topotek1 (Landschaftsarchitekten, Berlin) - siehe hier.
Die Betonplatte ist nur begrenzt belastbar, eine Bepflanzung mit viel Erde und großen Bäumen war von vornherein ausgeschlossen. Bei der Ausformung der modellierten Landschaft wurden daher vorwiegend Leichtbaustoffe verwendet.
Die Freizeitfläche auf dem Bahndeckel gliedert sich in drei Teile: eine Spiel- und Liegewiese mit bis zu drei Meter hohen Rasenhügeln, eine bespielbare „Dünenlandschaft“ – beides eingerahmt von einem fünfzig Zentimeter hohen, orange gefärbten Betonsockel – sowie eine diese „Landschaftsskulptur“ umgebende Bewegungs- und Aufenthaltsfläche, die mit dunklem Basaltsplitt asphaltiert ist. Im westlichen Teil der „Landschaftsskulptur“ ist die Idee der Dünenlandschaft deutlich sichtbar und erlebbar.
Eingegliedert ist ein breites Spielangebot mit Trampolinen, Seilspielgeräten, Hängematten, Rutschen und Pendelsitzen. Bis zu den Sommerferien folgen Stelen, die Wassernebel versprühen.
Mit der „Dünenlandschaft“ korrespondieren an der Nordseite 19 fast fünf Meter hohe Waldkiefern in großen Pflanzkübeln. Lediglich an der südöstlichen Kante des Bahndeckels, wo sich nicht unterbaute Flächen befinden, konnten 28 große Säulenpappeln gepflanzt werden. Lange Sitzbänke laden dort zum Verweilen ein. Entlang der gesamten Nordkante entstand eine Art intensive Dachbegrünung. Eineinhalb bis drei Meter breit und gut 300 Meter lang sind die Hochbeete, in denen rund 8.500 Blumenzwiebeln und 2.000 Gräser gepflanzt wurden. Hainbuchenhecken bilden den Abschluss zur Wohnbebauung und den dazugehörigen Außenanlagen.
(Quelle: Baureferat München, HA Gartenbau)
Die Führung ist kostenfrei, Gäste der DGGL sind willkommen.
Treffpunkt: Ecke Ganghoferstraße/Max-Hirschberg-Weg.
Eine Übersicht über das Veranstaltungsangebot des DGGL-Landesverbandes Bayern-Süd siehe hier.