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Vortrag von Prof. DI Maria Auböck, Wien/München, bildete am 28. November den Abschluss des Veranstaltungsjahres 2007 im Landesverband Bayern Süd der DGGL.
Unter dem Titel „Wiener Landschaften“ sprach Frau Auböck in der Reihe „Gartenkunst und Stadtentwicklung“, wie das Jahresthema 2007 der DGGL lautet. In dichter Folge zeigte sie Bilder aus Geschichte und Gegenwart, zeigte Entwicklungen von Grünflächen, naturräumliche Zusammenhänge in Bezug zur Stadtentwicklung in großem Maßstab, Projekte in mittlerem Maßstab und Details von Planungen, so dass man die ganze Bandbreite des beruflichen Spektrums erfassen konnte. Gleichzeitig erhielt man einen Begriff von der Stadt, eine Idee, wie die sie gewachsen ist, was man sich als Besucher an Neuem und Alten an Grün gern ansehen möchte, wenn man sie besucht. Aber auch die Mühsal des Planeralltags, wenn es um politische Fürsprache und um Finanzierungsfragen geht, wurde nicht verschwiegen. Mit gewisser bitterer Ironie stellte Frau Auböck fest: Grünplanung - für die Öffentlichkeit gemacht - findet hinter verschlossenen Türen statt.
Als Mitglied der Grundstückskommission der Stadt Wien wird sie damit ihre Erfahrungen gemacht haben. In Wien gibt es eine Verordnung, dass Wohngebiete, die eine bestimmte Größe überschreiten, von einem Architekten bis zur Schlüsselfertigkeit geplant und kalkuliert werden müssen. Außerdem muss ein Landschaftsarchitekt an der Konzeptfindung beteiligt werden. Frau Auböck zeigte einige Projekte, auch Projekte, die auf dem Papier geblieben sind. Oft scheitere der gute Ansatz eben an Finanzierungsfragen.
Vor allem teilte sich aber mit, dass es auch ein „Und Dennoch“, ein manchmal unerwartetes Gelingen geben kann. Einige Projekte konnten verwirklicht werden, mit denen man nicht mehr gerechnet hatte. So zum Beispiel hatte das Atelier Auböck + Kárász angeregt, die Broderien am Schloss Belvedere wieder herzustellen – kein Geld. Sie sind aber inzwischen gebaut, im Jahre 2005 wurden zu einem Jubiläum die Mittel bereitgestellt. Es konnte im Bild nachvollzogen werden, wie die Broderien - wieder hergestellt nach alten Plänen, einem spektakulären Fund von Originalen - optisch die Stadt heranziehen; wie ein Zoom in der Kamera wirkt es auf den Betrachter, wenn im Vordergrund Ornamente und Achsen den Blick fokussieren. Auf dem Vorplatz von Schloss Schönbrunn konnte ein Parkplatz beseitigt werden. An seine Stelle trat ein Platz in wassergebundener Decke, der bewußt mit den 70 Zentimetern Höhenunterschied zum Schloßplatz spielt. Über die aus dem Boden herauswachsende Fläche - abgeschlossen mit einer leicht geschwungenen Stufenanlage - hinweg blickt man auf die Fassade des Schlosses, das sich in seiner ganzen Pracht und Breite erschließt.
Eine wasserbaulich initiierte künstliche Insel in der Donau bezeichnete Frau Auböck als größtes Landartprojekt in ganz Europa. Mit ihr wurde ein künstlicher Seitenarm in der Donau abgeteilt, um Grundwasser im Sinne landwirtschaftlicher Nutzung zu lenken. Wie schon oft gesehen, waren die Ufer in ersten Planungen rein technisch in einer 1:1 Böschung projektiert. Dem klugen Engagement eines städtischen Mitarbeiters ist es zu verdanken, dass diese Chance für eine Erholungszone am Wasser nicht vergeben wurde. Bilder zeigten die beglückten Nutzer.
Gelungen, vielleicht in noch höhere Maße durch kulturelle Eigeninitiativen von Bürgern bereichert, ist auch der Augarten, den das Büro seit 20 Jahren betreut. Hier gibt es beispielsweise ein Freilichtkino. Ein Vorzeigeprojekt aus dem Bereich des Siedlungsbaus ist eine autofreie Musterliedlung geworden. Grün findet sich dort in den Höfen, private Gärten für die Bewohner aus 24 Nationen auf dem Dach. Es zeigt sich, dass die Bewohner die grüne Ruhe genießen, die Anlage wird angenommen und gepflegt. Frau Auböck zeigte auch, was man aus kleinen Hofflächen machen kann, allen voran den Hof, einen Denkraum, bei ihrem Atelier. Abschließend stellte sie einige Raritäten aus Wien vor wie etwa das Otto-Wagner-Spital, einen Blindengarten und einen Eindruck vom Weinbau im Wiener Umland.
Zum Ausklang des Abends hatte der DGGL Landesverband Bayern Süd zu einem Glas Sekt eingeladen. Dies wurde von den mehr als 30 Teilnehmern gerne angenommen