Nahezu 30 Fachleute und Gartenliebhaber versammelten sich gestern am frühen Abend bei schönstem Sommerwetter im blühenden Garten von Gertrud Rupp, der Witwe des früheren Münchner Gartenamtsleiters Ernst Rupp, zum angekündigten DGGL-Empfang.
Mit bewunderungswürdiger Unternehmungslust und Gastfreundschaft empfing Frau Rupp den Landesverband Bayern Süd. Die Gäste, unter denen auch Landschaftsarchitekten und ihre Mitarbeiter, Vertreter aus Ämtern und Büros, teils aktiv und teils im Ruhestand, waren, kamen schnell ins Gespräch. Erinnerungen an frühere Zeiten, der Austauch von gärtnerischen Erfahrungen und Neuigkeiten ergänzten sich bei Wein, Brot, Salami, Käse, Oliven, Tomaten und – am beliebtesten nach langer Hitzezeit – Mineralwasser. Aber auch Freunde der DGGL, die das erste Mal dabei waren, blieben gerne einige Stunden in diesem Garten. Viele wußten einen einsamen Gang entlang der von einer Kennerin angelegten Staudenpflanzungen zum Wasser der Würm hin einzurichten, um den Reichtum der Blütenfülle auf sich wirken zu lassen.
Erwartungsgemäß waren diejenigen besonders auf die Einladung angesprungen, die Herrn Rupp von früher her kannten. Aber auch der Garten selbst zog viele an; er ist in weiten Kreisen nicht unbekannt und auch nicht das erste Mal Schauplatz größerer Geselligkeiten.
Über 50 Jahre hinweg ist er in gestaltender Pflege entstanden. Das Ehepaar Rupp schuf damit einen Ort, der tiefgreifend schön ist. Er zeugt vom Wert von Beständigkeit und Kennerschaft und entfaltet damit eine große Kraft. Ein Landschaftsarchitekt hatte seine ganze Mannschaft an Mitarbeitern mitgebracht, um hier zu zeigen, wie man mit Stauden umgehen kann.
Mich hat der Garten angeregt, über das Thema Pflege nachzudenken. Seine Schönheit lebt wesentlich von täglicher Zuwendung. Wer Sinn dafür hat, kann sehen, dass hier mehr dahinter steckt als ungeliebte Mühe.
Auch für öffentliche Grünanlagen sollte man nicht aufgeben, darüber nachzudenken, wie man das bislang schlechte Image von Pflegeleistungen aufbessern kann, das offensichtlich wenig zu motivieren scheint, Geld bereitzustellen; ein weites Feld und großes paar Schuhe...
Zurück zu Ernst Rupp. Einige Namen bekannter Anlagen wurden genannt, an denen er maßgeblich mitgearbeitet hat: Grünplanung für die Stadt, Aubinger Lohe, Denninger Weiher, Neuperlach, Heidemannstraße, Olympiapark 72 und IGA 83, um nur einige zu nennen.
Bei vielen Gästen lösen diese Namen mehr aus als eine Vorstellung der Grünanlagen; sie waren an ihrer Entstehung beteiligt gewesen und dachten offenbar gern zurück.
Immer diese Nostalgie? Ich denke, dass der Blick auf Leistungen, auf die man aufbauen kann, eine gute Basis ergibt, um neue Wege zu suchen, um anstehene Aufgaben zu lösen. Wie schnell geht es doch, dass das, was wir heute tun, Erinnerung wird, und wie kann man sich freuen, wenn es sich bewährt. Hier wurde in Geselligkeit das Werk von Ernst und Gertrud Rupp gewürdigt.
Wenn es gelungen ist, zu vermitteln, wie nah Vergangenheit und Zukunft, der Blick für das Ganze und Liebe zum Detail beieinander liegen, dann, so meine ich, haben wir ein Ziel der DGGL-Angebote erreicht. Es ist kein Fehler, wenn man dabei gleichzeitig einen schönen Abend genießen kann.